La Barra de Traddiction Logo außen

Moderne spanische Küche im La Barra de Traddiction

Vor ein paar Tagen waren wir mal wieder unterwegs, um das nächste kulinarische Highlight in Las Palmas zu entdecken. Unsere Wahl fiel – nicht zuletzt wegen der sehr guten Bewertungen bei Tripadivsor – auf das Restaurant La Barra de Traddiction in Guanarteme. Gegessen haben wir dort gut, der Rest… na ja, lest selbst.

Spanisches neu erdacht vom Koch mit Michelin-Stern

Das La Barra de Traddiction liegt mitten im Herzen Guanartemes nur fünf Minuten vom Meer entfernt in einer kleine Seitenstraße, die nur für Fußgänger zugänglich ist. Hier haben sich noch zahlreiche weitere Restaurants und Bars angesiedelt, sodass es hier recht quirlig zugeht und man, sollte man draußen sitzen, immer was zu sehen hat. Drinnen erwartet den Gast das typische Hipster-Chic-Ambiente der heutigen Zeit mit hohen Räumen, halboffener Küche, Graffitis an den Wänden, unverputzten Mauern, offenen Kupferrohren und massiven, langen Holztischen. (Nur die Klemmbrett-Karten und das obligatorische Fixie an der Wand fehlen ;-)) Draußen gibt es drei hohe Fasstische mit Barhockern.

Restaurant La Barra de Traddiction in Las Palmas innen
Hipster-Chic im La Barra de Traddiction

„Traddiction“ ist ein Konzept erdacht vom spanischen Koch Ángel Palacios, der sich im La Broche in Madrid bereits einen Michelin-Stern erkochen konnte. Traddiction steht dabei für die Mischung aus den beiden englischen Begriffen tradition und addiction. Aufgetischt werden sollen typisch spanische Gerichte oder regionale Produkte in neuem Gewand. Neue Texturen, interessante Gewürze oder Einflüsse aus anderen Kulturen sollen dabei dem Althergebrachten den außergewöhnlichen Schliff verleihen.

Für uns hat das Konzept bei den meisten der Gerichte gut funktioniert. Als Vorspeise hatten wir die Fusion zwischen den kanarischen Klassikern Papas Arrugadas und Papas Bravas, die auf der Karte als Papas ArruBravas angepriesen wird. Bekommen haben wir 7 Kartoffelhälften, in der Mitte ausgehöhlt und halb mit Mayonnaise und halb mit der roten Mojo rojo gefüllt. Meiner Meinung nach, ganz und gar kein kulinarisches oder kochtechnisches Highlight. Und für sage und schreibe 8! Euro dreieinhalb Kartoffeln zu verkaufen ist schon fast eine Unverschämtheit.

Papas Arrubravas in La Barra
Papas Arrubravas

Weiter ging es dann Gott sei Dank viel besser. Als nächstes stand für uns das Carrillera de Ternera con Puré de Boniato y Naranja auf dem Programm. Das Kalbfleisch war wirklich mega-lecker, unglaublich zart und die Kombi mit dem Süßkartoffel-Püree auch gut gepasst. Leider war auch hier die Portion für 9 Euro wieder sehr überschaubar und nach je drei Happen war das leckere Kälbchen auch schon weg.

Kalb auf Süßkartoffel-Orangen-Püree
Kalb auf Süßkartoffel-Orangen-Püree

Nach dem Kalb gab es eine ziemlich lange Pause, denn: erst auf unsere Nachfrage, wo der nächste Gang bleibt, hat uns die Kellnerin mitgeteilt, dass unser Essen verbrannt sei und sie gerade an einer zweiten Portion arbeiten. Hmm… Als nach 45 Minuten dann das Pan Bao con Pato en Salsa Tariyaki kam, waren wir schon leicht angenervt. Lasst euch nicht vom Foto täuschen: die Fladen waren viel kleiner als sie aussehen, sie passen gut auf einen Handteller. Das Gericht selbst war aber sehr lecker und wir hätten gut noch eine weitere Ente Teriyaki essen können.

 

Pan Bao mit Ente in Tariyaki-Soße im La Barra Las Palmas
Schön angerichtet: Pan Bao mit Ente

Als Postre gabs es Bananenbällchen (für die laut Service die Leute Wochen im Voraus reservieren) und lustige Algentaler, deren Konsistenz mein Highlight an diesem Abend gewesen ist.

Bananenbällchen & Algentaler

Leckere Gerichte, aber sonst eher keine Jubelschreie

Grundsätzlich fanden wir das Essen im La Barra de Traddiction schon lecker, sind aber vielleicht auch nicht Gourmet genug um diese Kleinstportionen für den Preis genug zu würdigen? Letztlich waren die Portionen zu klein bzw. zu teuer für die Größe und auch das Drumrum hat nicht so recht gestimmt. Unser Tisch hat abenteuerlich und merklich für alle vor sich hingewackelt- hier hätte ein guter Service auf jeden Fall direkt nachgeholfen. Zudem war das Personal sehr langsam und selten am Tisch, wenn auch wirklich freundlich. Dass das Essen einmal verbrannt ist, kann schonmal vorkommen, aber dann sollte man doch zumindest kurz Bescheid geben, dass es länger dauert. Zuletzt war dann auch noch das Schloss der Damentoilette kaputt, sodass eine Benutzung des Bades nicht möglich war.

Für den Gesamteindruck vom Restaurant La Barra de Traddiction gibts daher nur drei unserer fünf Canaria-Kakteen. 


Moderne spanische Küche im La Barra de Traddiction
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